Sonntag, 16. Oktober 2011

Ereignisse der letzen Tage

Da in der letzten Woche soviel passiert ist und ich nicht mehr alles im Detail erklären kann werd ich mal einen etwas schnelleren Durchlauf davon machen.

Zunächst einmal hatten wir im Zelkova House letzten Freitag eine Nabe-Party zur Begrüßung der neuen Bewohner des ersten Stocks (wenn auch etwas sehr spät ^^) Nabe ist schlicht gesagt japanischer Eintopf mit allerlei Gemüse, Pilzen manchmal auch Nudeln und Teigtaschen. Super lecker und immer sehr vielfältig.


Danach haben wir noch ein bisschen paddy mit Sake, Bier und was wir sonst noch so hatten gemacht ^^ Sehrlustig auf jedenfall.

Am Samstag danach sind wir zusammen mit unserer Klasse vom Kurs Contemporary Japan in den Ueno-Park gegangen, der wie ich jetzt auch schon weiß (xD) geschichtsträchtiger ist als ich dachte.

 Geführt von einem unserer Dozenten ging es ziemlich früh schon los durch den Uenopark. mal eine kleine Vorgeschichte dazu: In der Edozeit diente das Gelände des Ueno Parks unter anderem als Zufluchtsort für die Shôgune der Tokugawa Familie. Der vormals als Kan'eiji bekannte Tempel dort sollte den Nordosten der Burg Edo absichern. Mit dem Eintreffen der schwarzen Schiffe in Edo unter dem Kommando von Commodore Perry geriet die vormals so stabile Bakufu-Regierung der Shôgune jedoch ins wanken und einige westliche Provinzen rebellierten gegen die Obrigkeiten in Edo mit dem Ziel den kaiser wieder als einzig legitimen Herrschern von Japan an die Macht zu bringen. Unter dem Befehl von Saigô Takamori stellte die Provinz Satsuma eine Armee zusammen, die gegen Edo in den Krieg zeihen sollte. andere Provinzen wie Chôshu schlossen sich dieser schnell an. Zahlenmäßig waren sie der schlagerprobten Armee des Bakufu zwar immer noch unterlegen, jedoch bediente sich die kaiserliche Armee erstmals der westlichen Technicken und besonders die französische Armee unterstütze die kaiserliche Armee besonders im Taktischen Bereich und mit der Lieferungen von Schusswaffen. Nach einem kurzen Eroberungszug der Armee auf dem Weg nach Edo war schnell klar, dass die Samurai in Edo sich eine harte Schlacht mit den kaiserlichen leifern müssten. Katsu Kaishû einer der Befehlshaber der Shôgunatsregierung bemühte sich daher auch um diplomatische Verhandlungen um die Opferzahlen so niedrig wie möglich zu halten. Zu letzt wurde sogar die ,ehr oder weniger kampflose Übergabe der Burg Edo beschlossen. Jedoch waren einige Samurai mit dieser Entscheidung nicht zufrieden und bildeten die Shôgitai eine eigenständige Armee, die sich der Bewachen des Kan'eiji Tempels verpflichtet haben. Katsu Kaishû lobte zunächst noch ihr Engagement zum Wohle des Shôgunats als sie jedoch die kaiserlichen nach ihrer Ankunft in Edo angefahren haben und somit einen Angriff auf den Kan'eiji provozierten, kritisierte Kaishû das ungestüme Verhalten der Samurai. Ihm war klar, dass der Wechsel zur Kaiserherrschaft nicht aufgehalten werden konnte. Nach einem blutigen Schlagabtausch der beiden Parteien beschlossen die imperialen ihre großen Kanonen einzusetzen um den Kan'eiji Tempel einzunehmen, nach nicht mal einen Tag war dies auch erreicht und die Shôgitai wurden endgültig geschlagen.

Statt den tempel wieder aufzubauen wurde das Gelände mittlerweile zu einem Park umfunktioniert, der an den Boshin-Bürgerkrieg zurückerrinern sollte. Neben der Statue von Saigô Takamori, der dem eine oder anderen vielleicht auch aus dem film The Last Samurai bekannt sein sollte, und dem Grabmal für die Shôgitai, lassen sich im Park jede Menge Museen, kleinere Tempel und Schreine die an jene aus Kyôto und Nikko angelehnt sein sollen und auch ein Zoo finden. Letzterer ist ziemlich stolz auf seinen Panda, den die chinesische Regierung freundlicherweise gesponsort hat.

Über den Zoo selbst werde ich jetzt nicht noch einen Vortrag halten, da ich das in einem früheren Eintrag ja schon einmal getan habe, genauso über das Toyko National Museum. Wer darüber etwas erfahren will ---> Klick
Da ich noch mehrzu erzählen habe hier nur noch zwei Sachen die ich sehr erwähnenswert finde:

Diese Statue da stellt Mr. 1000 Yen-Schein dar, Dr. Hideyo Noguchi. Gleich nebenan ist auch passend dazu das Naturkundemuseum, wo man noch mehr Informationen über ihn und andere japanische Wissenschaftler erfahren kann. Im bezug auf Noguchi-sensei zitier ich jetz einfach mal Wikipedia: "Bahnbrechend war der Nachweis von Spirochäten im Hirngewebe von an progressiver Paralyse erkrankten Patienten, der ihm 1913 gelang. [...] Er wurde 1914 und 1915 für den Medizinnobelpreis vorgeschlagen."
Das zweite bild zeigt eine Anreihung von Lampions in einem Schrein, die ich persönlich sehr schön fand.

So was gibt es noch zu berichten? ah ja diesen Freita bin ich zusammen mit Maria zum Kabuki gegangen. Als eins der wohl bekanntesten japanischen Theaterformen erfreute sich Kabuki besonders in der Edo-Zeit äußerster Beliebtheit. Auch heute wird es noch sowohl in klassischer als auch moderner Form sehr häufig aufgeführt. Normalerweise sind die Karten für eine Vorstellung unheimlich teuer aber da einer von Marias Bekannten beim Kabukitheater arbeitet haben wir die Karten für umsonst bekommen. Ein einmaliges Erlebnis dass ich auf keinen Fall verpassen wollte.
Da während der vorführung keine Fotos erlaubt waren habe ich nur ein paar Fotos vom Theatersaal, dem Plakat von der Vorführung und dem Nihonbashi Enbujô, wo die Aufführung stattfand:


Erstmal der Theatersaal. Sah eigentlich auf ersten Blick genau wie ein normales theater aus, hatte aber einige spezifische Eigenheiten. im klassiischen Kabuki gab es immer einen Steg der von der Bühne in die Zuschauerreihen führte, wo die Schauspieler quasi aus ihrer Welt heraus über die Zuschauer hinweg stolzieren konnten, um so zum Beispiel epische Abgänge zu erzeugen. typisch für Kabuki ist auch die Gesichstbemalung der einzelnen Charaktere in den stücken. Meist werden die Gesichterdabei Schneeweiß geschminkt als Grundton und mit knallroter Farbe bzw. schwarz werden bestimmte Partien wie Augenhöhlen und Münder je nach Charakter der einzelnen Figuren untermalt. Außerdem dürfen nur Männer dieRolleen in den Stücken übernehmen. Daher ist es auch äußerst beeindruckennd zu sehen wie überzeugend die Männer in Frauenrollen (Onna-gata) rüberkommen.
Das Stück ging relativ lange. Angefangen hat es um 16:30 und als wir rauskamen war es schon 21 Uhr (15, 20 und 30 minuten Pausen mit inbegriffen) aber es war wirklich jede Sekunde wert. Es gab romantische, epische, lustige und tragische Szenen zu sehen, bei denen sich Schauspieler die unterschiedlichsten Technicken zu nutze machten so wurde bei einer Selbstmordszene auf einem Felsen ein schwall von roter Farbe verwendet um die Situation besonders tragiscch wirken zu lassen. Dass die Figur nach so viel Blutverlust aber trotzdem noch gute 20 Minuten rumstöhnen konnte bis sie dann endlich langsam an dem Felsen nach unten in ihren Tod rutschte war schon wieder etwas unrealistisch ^^ aber es soll ja auch nicht realitsisch sondern mystisch und zauberhaft sein und das war es in jedem Fall.

War echt ziemlich schade, dass man da keine Bilder machen konnte, denn die Kostüme waren echt ungleublich schön. Aber das ist nicht nur ein Problem für mich sondern auch für die Leute aus dem alten Edo, die noch überhaupt keine Kameras hatten. Daher wurden früher immer kleine Bilder auf Holztafeln verkauft, die bekannte Schauspieler zeigten, die sogenannten Ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt) Das bekannteste davon ist wohl dieses Bild von Toshusai Sharaku, welches den Schauspieler Otani Oniji darstellt:

Anschließend sollte es dann noch auf eine Clubbingtour durch Roppongi gehen aber da mein Mitbewohner nicht zuhause war und wir an dem Tag Aufräumdienst hatten, musste ich nach hause um keine Strafe zahlen zu müssen >__> naja immerhin konnte ich mich dann von dem ereignisreichen Tag ein wenig erholen.

Am Samstag ging es dann nach Roppongi, wo wir diesmal per self-guided Tour die Vergnügungsviretell, Shoppingmalls und natürlich das Regierungsviertel mit den riesigen Wolkenkratzern erforscht haben. Leider habe ich meine Kamera vergessen bzw. nicht gewusst, dass ich sie doch dabei hatte und konnte deshalb keine Fotos machen... muss also noch warten bis Daniel oder Dan mir ein paar zukommen lassen. Aber um mal einen Eindruck zu bekommen wie rasant doch die Entwicklung von Shinjuku war, hiermal ein kleines Video, das diese sehr gut darsstellt: http://www.youtube.com/watch?v=ln54-jLDKO8
Abends sind Daniel und David dann aber nach Hause gefahren wiel die beiden leicht K.O. waren und ich bin mit Jin noch zu zweit auf Izakaya (Kneipen-)tour gegangen. In Shinjuku kann man recht viele günstige Kneipen mit all you can eat and drink finden leider hatten wir wegen dem Mittag, was relativ gut satt gemacht hatte, nur einen Izakaya testen aber das war voll OK, da der Laden echt eine unglaublich tolle Atmosphäre hatte. mit ein paar leckeren Drinks und Futter machten wir uns also einen schönen Abend und quatschten ein wenig über unsere Zukunft und Deutschland bzw. Korea. Schon erstaunlich, wie man dabei herausfinden kann was die beiden Länder doch alles gemeinsam haben.
Danach noch ein wenig geshoppt und ab nach Hause.

Also wie man sieht waren es wieder sehr ereignisreiche Tage, die ich in der letzten Woche verbracht habe und ich bereue es nicht dass ich heute mal gar nichts zu tun habe, denn man braucht echt auch mal soo seine Auszeiten von den ganzen Erlebnissen hier ^^

Das soll es dann aber für heute gewesen sein. Ich denke der nächste Eintrag wird nicht so lange auf sich warten lassen wie dieser hier. Also sag ich schonmal: Stay tuned ;)

*den Staub vom Blog wegpustet*

Tja Leute lang ist es her, dass der letzte Blogeintrag diese Seiten zieren durfte. Jetzt nach knapp 9 Tagen lasse ich mich endlich mal wieder dazu herab euch mit neuen Informationen zu versorgen.

Der Grund für meine lange Abwesenheit war im großen und ganzen die Tatsache, dass wir hier gerade Midterm-exams hatten. Sprich 3 Tage lang Prüfungen, Tests und Einschätzungsgespräche. Hinzu kommt noch, dass genau in der gleichen Woche auf einmal die beiden anderen Kurse vorhatten uns ne Reihe von Hausauffgaben und Essays aufzugeben, die uns noch zusätzlich unter Druck gesetzt haben. Ich selbst hab an meinem Essay am mittwoch noch bis 4 Uhr morgens gesessen und es ist mir mittlerweile shit egal ob es gut oder schlecht geworden ist, da man das auch echt genauso gut ne Woche später hätte machen oder zumindest mal etwas früher als 6 tage vorher ansagen können...

Naja also an alle zukünftigen ICU Studenten: Stellt euch bei den Midterms auf ne Menge Arbeit ein je nachdem wieviel ihr lernen müsst und was ihr sonst noch zu tun habt wird es die erste wirklich stressige Zeit an der Uni werden.

So das soll es dann erstmal gewesen sein mit den Infos aber ab jetzt geht es wieder weiter mit leichterer Unterhaltungskunst =)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Schild und Schwert in Mitaka

Mal ein kleiner Zwischeneintrag mit kleineren Infos zum Studentenleben an der ICU.
ich bin ja jetz fast schon einen monat hier in Mitaka und muss zu geben dass man ohne zwei Dinge einfach nicht auskommt über kurz oder lang.

1. Ein Fahrrad
Ich hab mich echt lange dagegen gesträubt eins zu kaufen aber letztendlich musste auch ich zugeben dass es einfach das Leben hier ungemein erleichtert, wenn man zum einkaufen keine 1:30 stunden unterwegs ist oder so. Außerdem fährt hier echt jeder aber auch wirklich JEDER mit dem Fahrrad, was es einem ohne Fahrrad einfach schwerer macht bei Verabredungen pünktlich zu sein bzw. mit den anderen mitzuhalten, wenn man gemeinsam losfährt. Und immer bei jemanden hinteen mitzufahren ist auch nicht das gelbe vom Ei sowohl für Mensch als auch für Maschine.
Mein Fahrrad hab ich in einem Fahrradgeschäft in der Stadt gekauft. Viele kaufen sichihr 2-rädriges Gefährt ja beim "Wir haben alles" - Laden Donkihote. Aber ehrlich gesagt war mir das irgendwie nichts. Son supermarkt Fahrrad hat einfach nicht die Qaulität wie eins von nem Fachmann. Außerdem hab ich beim Fahrradladen einen Reparaturservice, der mein rad wieder flott macht oder es ersetzt, wenn es mal die hufe hochreißt und auch so ist da einfach mehr service als bei sonem billig Discounter. Von daher ist das schon ne feine Sache. Und es ist wirklich erleichternd, wenn man jetzt nur noch halb so viel zeit zum einkaufen braucht und die ganzen sachen nicht bis nach hause schleppen muss (Front-side-Korb for the win!)

Eine weitere Sache die hier unerlässlich ist, ist ein Mobiltelefon oder im Volksmund auch bekannt als:

2. Ein Handy


So ein Handy istnicht nur gut um spontanne Planänderungen zu verkünden oder mit internetlosen Klassenkameradne zu quatschen sondern ist hier auch unerlässlich wenn man zum beispiel etwas bestellen will. Eigentlich hätte ich auch beim kauf meines Fahrrads ne Telefonnummer gebraucht aber zum glück war der verkäufer sehr kooperativ und hat das mal einfach außen vor gelassen. Aber in Zukunft kann ich ja jetzt eine vorzeigen.
Auch wollte ich mir karten für BoAs X-mas Concert bestellen, was auch nur mit Telefonnummer geht... Da war ich schon ziemlich glücklich, dass ich dass dann endlich mal erledigen konnte.
Leider sind die hiesigen Handygeschäfte, bei dem Ansturm an ICU-Studenten, immer wie leer gefegt besonders was Prepaidhandies angeht. Daher hab ich mich auch erstmal beraten lassen, ob das wirklichne gute idee ist und hab jetzt das handy da für nen sehr fairen Vertrag bekommen wie ich finde. Alle SMSen und Telefonate zu anderen Softbank Handies sind komplett kostenlos und grundpreis pro monat ist gerade mal 1095 yen (= ca. 10€) also sehr preiswert eigentlich, wenn man bedenkt wie unerlässlich so ein teil hier echt sein kann.

Irgendwie haben Fahrrad und Handy hier einen ähnlichen Stellenwert wie Schwert und Schild bei The Legend of Zelda, ohne die beiden Sachen reißt man schlicht und einfach gar nichts und so ist es auch wirklich.

Und mit diesem diesen unglaublich passenden Vergleich, wie ich finde, endet auch schon mein kleiner Infoeintrag. Ichhoffe , dass es dem ein oder anderen geholfen hat, solche Sachen gleich mit in die Planung einzubeziehen, damit keiner den fehler macht und erstmal nen ganzen Monat, so wie ich, durch Mitaka zu laufen und dauernd von Dorm zu Domr zu rennen um Verabredungen zu bestätigen oder so ^^

Also dann bis bald und schönes Wochenende schonmal im Voraus von mir =)

Samstag, 1. Oktober 2011

Exploration in Mitaka

Okay also ich glaube der Eintrag wird der längste den ich je geschrieben habe, denn heute haben wir den ganzen Tag so viel erlebt und gemacht, dass es einfach nicht in ein paar Sätzen zusammenfassbar ist.
Zunächst erstmal habe ich mich gestern eeeendlich dazu durchgerungen ein Fahrrad zu kaufen. War zwar nicht ganz billig, aber in Mitaka kriegt man ohne Fahrrad einfach nicht viel gebacken. Natürlich kann man viele Strecken auch zu Fuß ablaufen aber das dauert auch super lange auf dauer und ist sehr hinderlich, wenn man mit Freunden i-was unternehmen will. Daher hab ich mir also ein Fahrrad gekauft, war nicht ganz billig aber dafür hab ich jede menge zubehör und einen Reparaturservice bei dem Laden, wo ich es gekauft habe gibt es auch, so brauche ich mir keine Sorgen machen wenn es mal kaputt gehen sollte.

Ausgerüstet mit nem Drahtesel ging es am nächsten Tag auch schon los auf große Tour durch Mitaka. Im Kurs über teemporäre Japanische Kultur mussten wir Gruppen bilden und gemeinsam mehrere Orte in Tokyo und Mitaka apklappern, um deren historische Bedeutung zu verstehen. Da wir letzte Woche keine Zeit hatten um eine selbstgeführte Tour durch die nähere Umgebung zu machen, wollten wir das heute nachholen.

Unser erstes Ziel war der Jindaiji-Tempel. Wobei es weniger ein einziger Tempel sondern ein riesiger Tempel-Schreinkomplex mit Parkanlagen und Restaurants war. Dementsprechend gab es dort auch eine Menge zu sehen. Angefangen mit dem Eingangstor (Seiteneingang, am haupteingang sind wir leider vorbei gefahren aber von dort aus hätte man bis zum Hauptgelände auch noch ewig lange laufen müssen, da dort keine Fahrräder erlaubt waren.) wurden wir von 2 nett aussehenden Götterstatuen,in einer Art Vortempel begrüßt.
Im Allgemeinen verkörpert der Jindaiji, das was man bei vielen anderen Schreinen und Tempeln auch finden kann. Man kann seine Wünsche auf Ema-holztäfelchen schreiben oder die Götter direkt um ihre Gunst bitten, Souveniers oder Glückslose kaufen, beten, Zeremonien beiwohnen etc.
Allerdings wären wir nicht hierhergekommen, wenn der Ort nicht irgendeine historische Bedeutung gehabt hätte. Tatsächlich gibt es in der Umgebung vom Tempel jede menge Überbleibsel aus alten Zeiten. In der Gegend wurde sehr aktive Landwirtschaft betrieben und dabei bedienten sich die Bauern so manch ausgeklügelter Techniken aber dazu später mehr. Zunächst einmal noch ein paar Details über den Jindaiji. Neben den ganzen Shintoistischen Einrichtungen gibt es auch buddhistische Bereiche, wie Friedhöfe, kleine Altare an denen man beten kann, kleinere Tempel und einen etwas außergewöhnlichen Haustierfreidhof.


Also wer zu seinem Haustier eine äußerst enge Beziehung gepflegt hat und diese nach dem Ableben des tierischen Kameraden noch weiterführen möchte kann dies hier tun. Größtenteils liegen hier natürlich Hunde un Katzen begraben, seltener auch Hamster, Mäuse und anderes Kleingetier. Einige Grabsteine wurden auch von örtlichen Firmen gesponsort und sprechen die Seelen aller hier liegenden Tiere an. Wobei ich denke, dass diese nur als Platzhalter fungurieren, bis jemand den Platz für sich beanspruchen möchte.
Da sich ein Gruppenmitglied von uns verspätet und sich danna uch noch verlaufen hat, sind wir von dort aus aber erst einmal zurück zum Eingang gegangen um ihn aufzugabeln. Das dies aber kein Schritt zurück war wird sich auch sofort herausstellen. Denn am Seiteneingang gab es eine Meile mit Ständen, Restaurants und Läden, die sich nur um eins drehte. Und zwar Soba. Die dünnen japanischen Weizennudeln sind der totale Renner in dieser Gegend und man kann dementsprechend alles mögliche kaufen. Soba-Kekse, Soba-Eis, Soba-chips, Soba-Brot, Soba-Reiskuchen etc. etc. etc. Hiermal eine kleine Auswahl davon:




Als wir unser verschollenes Mitglied endlich gefunden hatten sind wir auch direkt erstmal Soba essen gegangen. Prinzipiell kann man Soba sowohl kalt als auch warm genießen und in der Regel sind die gerichte die Soba beinhalten auch äquivalent mit Udon-gerichten. Sprich alles was man mit Soba bekommen kann gibt es auch mit Udon. Aber wir waren ja hier um Soba zu essen ^^


Das erste war meine Bestellung, Tanuki-Soba mit Gemüse, eine art tofu und sowas wie Brotkrümel. Die anderen beiden Gerichte von Jin und David waren kalte Soba und zwar Zaru-Soba. das sind eigentlich stinknormale Soba mit Seetang,die man aber noch nach Belieben würzen kann. Nachdem essen gab es noch einen kleinen Trunk, der glaube ich mit meersalz angereichert war, um die Verdauung zu erleichtern. Wusste gar nicht, dass soba so schwer zu verdauen sind, eigentlich hatte ich nie Probleme damit. Müsste man vielleicht nochmal recherchieren. Allerdings passte unser kleiner Gourmetabstecher ganz gut zu unserem Forschungsthema, denn wir sollen Esskultur inJapan untersuchen. Daher werden wir also noch mehr tolle Sachen essen müssen. Hach so macht Forschen echt Spaß ^^ Noch ein Wort zum Begriff Tanuki. Tanuki ist zwar eine Variante der Sobanudeln aber eigentlich heißt das Wort übersetzt Marderhund. Diese knuffigen Gesellen sind auch ein bekanntes Symbol für Mitaka, einen der einzigen Orte, wo Marderhunde noch leben sollen (hab aber leider noch keinen gesehen). Vielleicht kennt jemand den Anime Pompoko? Lustigerweise spielt dieser eben genau in Mitaka und beschreibt die Verdrängung der Natur durch den Menschen durch die Erlebnisse der Marderhunde in Mitaka. Marderhunden werden im shintôistischen Glauben ähnlich wie den Füchsen magische Fähigkeiten zugesprochen. Sie können sich und Teile ihres Körpers in alles Mögliche verwandeln um Unerkannt zu bleiben oder einfach weil sie Spaß daran haben.

Aber weiter im Text. Wieder auf der Soba-Meile haben wir uns noch schnell ein paar Sachen für unterwegs gekauft und sind dann weitergegangen um den restlichen Tempel zu erkunden.
Unweit vom Restaurant, wo wir gegessen haben, entfernt war auch gleich die Haupttempelanlage gelegen. Sehr idyllisch angelegt mit Pflanzen aller Art, unter annderem Pfirsichbäume, Pflaumenbäume und Kirschbäume wirkt der Bereich schon sehr naturverbunden und ist wahrscheinlichim frühling wenn alles blüht noch einen Tick schöner als jetzt. Aber wir sind bestimmt nicht das letzte mal hier gewesen.
Neben dem großen Schrein in der Mitte gab es auch noch einen kleinen Seitenbereich der mit Jizou-Statuen geschmückt sind. Jizous sollen auf die Seelen verstorbener Kinder aufpassen und haben meist ein rotes Tuch um den Hals. Auf einer Art Opferaltar für diese Kinderseelen findet man neben Rücherstäbchen, der betenden Leute, auch einige Süßigkeiten, die Kinder ja bekanntlich sehr mögen. Schon ein bisschen traurig, wenn man bedenkt, dass es hier um Kinder geht, deren Zeit eigentlich noch längst nicht gekommen wäre. Daher jetz mal wieder zu etwas erheiternderem. Damit hatten wir überhaupt nicht gerecht aber es gibt tatsächlich auf dem Gelände auch einen Altar für einen Soba-Gott. Das ist schon sehr amüsant, weil man sich da zu erst so Sachen denkt wie "Bei dem kann ich also darum bitten, dass meine Sobasuppe gelingen wird" oder dergleichen. Aber nagut es gibt ja in Japan unheimlich viele örtliche Gottheiten im Shintôismus warum soll es also nicht auch einen Gott für Soba geben?
Da sich die gelegenheit gerade bot und ich noch 200 yen locker hatte hab ich mein glück einfach mal beim Omikuji versucht. Omikuji ist eine Art Glückslotterie, die an vielen Schreinen und Tempeln durchgeführt werden kann. Man kauft einfach für 200 Yen ein Los, und schaut was auf dem Kärtchen drauf steht.
Lucky mme hat natürlich erstmal das größtmögliche Glückslos gezogen, mit der Aufschrift dass alle meine Wünsche in nächster Zukunft erfüllt werden. Na ich hoffe mal, dass das dann auch eintreffen wird ;)
So ich könnte jetz noch viel mehr über den Tempel und seine Einzelteile berichten aber da es noch mehr zu sagen gibt fahre ich einfach mal weiter im Text fort.
Als wir also mit dem Tempel durch waren, gingen wir ein paar Schritte weiter vom Seiteneingang zu einem kleinen Minimuseum, wo man erstmal sowas hier begutachten konnte:
Das ist ein Suisha, ein Wasserrad, dass früher zum mahlen von Getreide und ähnlichem Korn verwendet wurde. Das Rad, wie man es dort sehen konnte war noch original so wie es in der Edo-Zeitt einst gebaut wurde, wenngleich das angrenzende Museum auch nachgebaut werden musste. Im Museum waren fotos zwar verboten aber die wären aufgrund der Lichtverhältnisse dadrin eh nichts geworden. Überwiegend waren dort alte Feldwerkzeuge, Strohkörbe und ähnliche Behälter und sonstiges Bauern-equipment ausgestellt.
Nach einem kleinen Bummel auf den Straßen sind wir danna ber auch weiter gefahren. Zufälligerweise kamen wir auf dem Weg zu unserer nächsten Station an einem kleinen Omatsuri vorbei, bei dem wir spontan einfach mal ein bisschen mitgemacht haben. Der Schrein, dem dieses Fest gewidmet war, ist zwar relativ klein aber das Fest war dennoch sehr lebhaft und wurde vorallem für Kinder abgehalten wie es scheint.


Es gab jede menge kleiner Snacks zu essen, darunter sogar Hotdogs und frittierte Kartoffeln, allerdings alles in kleinen, kindgerechten Mengen aber auch sehr preiswert. Dazu wurde eine bühne aufgestellt, wo es später noch ein kleines Bühnenprogram gab. Das fand ich mal sehr spannend, da die Götter des Schreins 2 Hunde waren und die Vorführung vom Fest auch Stellen beinhaltete, wo sie mit vorkamen. Natürlich gespielt von kostümierten Schauspielern, die nebenbei bemerkt auch alles Kinder waren. Die begleitenden trommeln wurden auf von Kindern gespielt, nur die Flöte wurde von einer scheinbar erfahreneren Frau gsspielt. Dieses Schauspiel hat mich irgendwie ziemlich fasziniert, da man in dem Fall wirklich das Gefühl hatte, dass die Götter jetzt aus dem Schrein gekommen sind um mit den Menschen, die sie verehren, zu feiern. Im Endeffekt ist das ja auch genau der Sinn eines Omatsuris, sich gemeinsam mit den Göttern zu vergnügen und sie den Mitgliedern der Gemeinde näher zu bringen, zum gegenseitigen Wohlwollen. Hierbei hat man wirklich dieses Gefühl gehabt, soo greifbar wie die mythischen Gestalten auf einmal vor einem standen.
Ich hab sogar ein kurzes Video davon gedreht:


Als nächstes sind wir zu einem der letzten Reisfelder in Mitaka gefahren. Da dieses jedoch am anderen Ende der Stadt situiert war und es mittlerweile dunkel wurde konnte man leider nicht mehr so viel davon erkennen. Außerdem war es auch relativ klein, dafür, dass dort ja Reis angebaut wird, den ganz Japan als Grundnahrungsmittel verwendet. Hat wahrscheinlich größtenteils symolischen Charakter. Als nächstes ging es zum Chôfu Airfield einer ehemaligen Flugzeugwerkstatt, die noch ein Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg ist. Heute wird sie allerdings nur noch für den Flugverkehr mit kleineren Segelflugzeugen genutzt. Da das Gelände sehr weiträumig ist und zum Verweilen einlädt, gibt es jedoch hier und dort Warnschilder, dass man keine Drachen steigen lassen sollte.

Als wir dann damit fertig waren ging es dann auch heimwärts, wo wir noch ein bisschen auf dem Bakayama gesessen und ne kleine Party zu 6t gemacht haben.

So. Puh jetzt bin ich aber auch ganz schön fertig von so viel Getippe ^^'
Alles in allem war es echt ein langer aber hammerguter Tag mit meiner Gruppe und eine gute Einweihung für mein neues Fahrrad.

Also Leute machts gut und bis zum nächsten Mal!

Montag, 26. September 2011

Chilliger Abend in Kichijôji

So nach langer Pause endlich mal wieder ein Eintrag von mir.
Bevor ich zum Hauptthema komme mal ein paar allgemeine Infos über der letzten Tage.
Letzte Woche Mittwoch ist ein Taifun über die Kantô-Region reingekommen und hat hier für ein bisschen Trouble gesorgt. Aber so wie das wieder in den europäischen Medien rübergekommen ist konnte man wieder von einer mittelschweren Katastrophe ausgehen. Irgendwie finde ich es ja gut, dass seit Fukushima die Welt etwas genauer auf Japan guckt aber Taifune und Erdbeben sind in Japan eigentlich Routine. Die Japaner können damit umgehen und für uns Austauschstudenten ist es auch ein Teil des Lebens in Japan. Alles was man zu tun hat ist einfach den Wetterbericht zu verfolgen und bei Taifunwarnung im Haus oder Wohnheim zu bleiben bis Schluss ist. So einfach ist das. Also wenn man nicht gerade vor hat, bei einem Taifun einen Waldspaziergang zu machen, dann passiert einem auch nichts. Da muss sich dann auch keiner sorgen machen. Wir haben sogar "Taifun-frei" bekommen, wodurch alle Stunden nach der Mittagspause ausgefallen ist, sodass keiner auf die Idee kommen konnte nochmal zu den Unterrichtsräumen zu gehen wenn draußen der Taifun tobt.
Also mein Appell an alle, die sich von Medien immer etwas verleiten lassen, betrachtet solche Meldungen differenzierter Japan hat immer mit solchen Naturphänomenen zu kämpfen und Leute die dabei zu schaden kommen wird es immer geben aber der Großteil der Leute in Japan weiß wie man sich bei sowas zu verhalten hat und ist auch sehr vorsichtig, im Umgang mit solchen Geschichten.

So aber jetzt zum eigentlichen Thema: Letzten Donnerstag hatte eine koreanische Kommilitonin von mir Geburtstag und da wir gerade eine Gruppe zur Erarbeitung eines Themas im Kulturkurs gebildet hatten, haben wir uns entschlossen, die beiden Anlässe doch gleich mal zu feiern. Zunächst sollte es nach Shin-Okubo gehen in das koreanische Viertel, wo wir uns den Bauch mit den leicht scharfen koreanischen Köstlichkeiten vollschlagen wollten.
Soweit sind wir allerdings gar nicht erst gekommen, da wir bereits auf der hinfahrt so dermaßen Kohldampf geschoben haben dass wir uns spontaan dazu entschlossen einfach in Kichijôji, der Endhaltestelle unseres Busses, etwas essbares zu finden. Da wir auf derFahrt auch etwas über Döner gesprochen hatten, wollten wir auch alle gleich einen döner futtern. Leider kenne ich mich in Kichijôji noch nicht so gut aus und auch meine Gruppenmitglieder waren noch nicht so vertraut mit der Umgebung (und das obwohl sie schon mehr als ein Jahr an der ICU studierten...). nachdem wir also gute 20 Minuten umher geirrt sind hab ich mich mal dazu durchgerungen ein Machtwwort zu sprechen, dass wir doch auch einfach Okonomiyaki essen gehen können. Damit waren alle einverstanden und schon ging das Okonomiyaki-braten los. Anders als in dem Restaurant in Asakusa, wo wir mit den Leuten von der Keiô-Uni letztes Jahr schon einmal Okonomiyaki gegessen haben konnte man die pfannkuchenartigen Leckereien hier komplett selbermachen. Dazu hat man ähnlich wie bei Monja eine Mischung bekommen die man gut umrühren musste, anschließend beschmiert man die Bratfläche mit Öl, ordnet die Masse wie einen kleinen runden Teller darauf an und wartet bis sie fest und goldbraun wird, danach wird umgedreht (Also bisher wirklich wie Eierkuchen oder Ähnliches). Wenn das Okonomiyaki fertig ist muss man noch die Oberseite mit einer speziellen Soße einpinseln, darüber dann noch ein paar Kleckser Majo geben und das ganze dann noch mit Kräutern verzieren. So einfach geht das! Also es sollte echt kein Problem sein, dass auch selber mal auf die Reihe zu kriegen. Man muss halt nur die nötigen Zutaten haben, die aber doch recht simpel zu sein scheinen. Insgesagmt hatten wir 4 Okonomiyaki für 6 Personen, was dann aber auch gereicht hat, da die Teile ziemlich sättigen wie ich finde.
Alternativ hätte man sich wie gesagt auch Monja machen können, die einfacherere Variante von Okonomiyaki, die mit einer soßenähnlichen Flüssigkeit gebraten wird aber auch Tako-yaki (also diese Tintenfischbällchen) konnte man an einigen Tischen zubereiten, da dort dieser halbrunden Einbuchtungen dafür eingebaut waren. Schon ziemlich interessant solche Restaurants.
Der Abend war aber noch jung und einige von uns hatten doch noch Hunger oder eben Durst und deswwegen entscheiden wir uns noch weiter zu ziehen, wodurch wir zufälligerweise doch noch einen Kebab-Laden gefunden haben. der Laden hatte zwar 3 Etagen aber jede davon war verdammt eng, sodass man erst ein etwaas beklemmendes Gefühl hatte sich da rein zu setzen, aber die chillige Atmosphäre machte das eigentlich schnell wieder wett.
Hier konnte man nämlich nicht nur türkisches Essen genießen sondern auch Cocktails und Wasserpfeife. Ich hatte einen Cuba Libre, Jinyeong einen Peach Dandy (was immer das auch für ein cocktail gewesen ist, nach Pfirsich hat ernicht wirklich geschmeckt xD) Daniel hatte den blauen Cocktail dessen Name mir grad entfallenn ist, Yukari rechts daneben einen O-saft glaub ich, der weiße Drink von Chiaki war ein Pina Colada und später wurde auch noch ein warmes Getränk bestellt, dass ein bisschen wie heiße Schokolade aufm Weihnachtsmarkt geschmeckt hat, also auch mit leichtem Pfefferkuchengeschmack irgendwie. Gar nicht mal so unlecker alles. Shisha-Tabak hatten wir im Geschmack Kokosnuss-Kirsche (was man aber eh nicht rausschmeckt, höchstens riecht man es, wenn man den Tabak in den Kopf einsetzt).
Nach einer Weile haben wir uns richtig wohl gefühlt und genossen noch den Abend.
aber moment da fehlt doch noch was oder? ... Ah genau! die Döner! Tja die hatten wir auch zu anfang gleich bestellt aber es hat eine halbe Ewigkeit gedauert bis die mal fertig waren xD Wir hatten schon die Vermutung, dass die Kellner die selbst gegessen haben, so nach dem Motto: "Warum hab ich den Döner noch gleich gemacht? Ach egal *ham*" ^^ Naja irrgendwann kamen dann aber unsere 500Yen Döner (schon ziemlich teuer im Vergleich zu Deutschland). Leider hatte ich vergessen meinen Döner zu knippsen deshalb musste ich Jinyeongs Döner ablichten, weil der erst später kam. Sieht ein bisschen schleimig auf dem Foto aus aber das ist auf jedenfall Döner mit Hänchenfleisch dem obligatorischen Salat und Chilisoße in dem Fall. Ich und 2 andere hatten Kräutersoße und Yukari hatte Knoblauchsoße. Also soßentechnisch schonmal kein Unterschied zu Deutschland, sowohl geschmacklich als auch von der Auswahl her. Zwar war es wie gesagt für das, was ich so aus Berlin gewohnt bin ein bisschen zu wenig und zu teuer aber schlecht geschmeckt hat es nicht, auch wenn es immer nur Chicken-Döner gibt. Vielleicht finde ich noch einen Laden mit original dönerfleisch mal schauen. Die Chillisoße hatte es übrigens ganz schön in sich. Selbst Jinyeong, die ja durch die koreanische Küche daran gewöhnt ist scharfes zu essen und die Chilly Soße ja auch bewusst so gewollt hat musste ein bisschen die Augen verdrehen beim ersten Bissen. Ob das jetzt ein Pluspunkt ist kann man jetzt so oder so sehen aber wir fanden es als Ersatz dafür, dass es gar kein korenisches Essen gab, obwohl wir es ja zunächst geplant hatten zu essen, ganz gut.
Als die Döner gegessen und der Shisha-Kopf leer genuckelt war machten wir uns langsam wieder auf den Heimweg, wo ich Jinyeon noch von den vielgrößeren und billigeren deutschen Dönern vorgeschwärmt hatte. Sie lernt ohnehin deutsch und hat auch vor in Berlin zu studieren von daher hab ich ihr damit den Wunschgedanken noch ein bisschen mehr angeregt.
Zu Hause angekommen haben wir noch einmal den Abend ein bisschen Revü passieren lassen und mit dem fessten Vorhaben, das so oft es geht zu wiederholen gingen wir dann gleich alle in unsere Wohnheime.

Alles in allen ein wieder mal sehr gelungener und chilligerAbend in netter Gesellschaft =)

Ich freue mich jedenfalls schon auf unser nächstes Treffen in Kichijôji!

Dienstag, 20. September 2011

Omatsuri in Shibuya

So nach etwas längerer Zeit melde ich mich mal wieder zurück mit ein paar News aus Mitaka und Umgebung. Erstmal zu letztem WE ein paar Worte: eigentlich hatte ich das gar nicht so geplant und hab deswegen auch keine kamera mitgenommen aber wir sind letzten Freitag zu einen Izakaya gegangen. Tollerweise gab es dort ein Nomihôdai (= All you can drink) wo wir uns mit cocktails, Sake, Bier und anderem Zeugs belustigt haben. auch wenn ich von allen am meisten getrunken habe wies scheint (japaner halten halt nicht so viel aus) Aber zum glück blieb der abend ohne weitere Vorkommnisse und selbst die die im Izakaya am meisten geschwächelt haben waren beim anschließenden Karaoke spätestens wieder fit ^^ Auf jedenfall ein gelungener wenn auch etwas teurer Abend für alle ^^

Am sonntag war ich mit meinem Mitbewohner Asato und 2 Mädels aus dem zweiten Stock in Shibuya unterwegs. Da war ich zwar schon zu genüge aber wie sich rausstellen sollte gab es ein kleines Event, dass ich so gar nicht in Shibuya erwartet hätte. Und wo trifft man sich am besten in Shibuya? natürlich vor der Hachikô-Statue. Netterweise gibt es sogar am entsprechenden Ausgang vom Shibuya-Bahnhof eine eigene Bezeichnung, da sehr viele Leute Hachikô als Treffpunkt ausmachen. Naja aber was gibt es sonst über Shibuya zu erzählen? Das meiste hab ich bestimmt schon in meinen ersten Beiträgen verkündet. Hachikô, die große Kreuzung wo hunderte von Leuten immer rüber wandeln, Cosplayer Paradies, Treffpunkt zum Essen gehen shoppen etc. etc.

Aber an dem Tag gab es noch etwas besonderes zu sehen in Shibuya. Und zwar fand dort gerade ein Matsuri statt (Schreinfest) Ich hätte irgendwie in Shibuya kein Matsuri erwartet, denn besonders traditionell ist der Stadtteil eigentlich nicht. Aber wie man sieht lassen es sich die Anwohner nicht nehmen auch dort mal ordentlich die Sau und Trageschreine rauszulassen ^^
Ich hab zur Anschauung und Anhörung mal ein kleines video gedreht, wo die feierwütigen Shibuyaten gerade einen Omikoshi durch die Straßen tragen:

Übrigens wurden an den Hauptstraßen auch überall Lautsprecher angebracht, wo ständig Flötenspiele und sonstige muntere Melodien herauskamen um das Matsurifeeling auch zu den Leuten zu bringen, die nicht gerade direkt neben einen Omikoshi standen. Da ich unmengen von Fotos habe kommen die am besten wieder unkommentiert am Ende des Eintrages.

Der eigentliche Grund warum wir nach Shibuya gingen war eigentlich um ein bisschen zu shoppen aber ehrlich gesagt war mir danach nicht wirklich zu mute, da mein Geldbeutel ohnehin schon ziemlich bluten muss hier in Japan >__> und im Endeffekt sind wir auch nur noch ins Gamecenter gegangen, haben uns von ein paar Ufo-Kirmeskränen verarschen lassen, einer unserer Begleiterinnen beim Tekken zocken zugesehen und sind anschließend noch in ein cafe gegangen und haben uns gestärkt. Danach ging es noch zum Karaoke. Eigentlich wollten wir ja gleich in Shibuya trällern gehen aber wegen des Matsuris war es da übeerall so voll, dass 4 leute gar nicht mehr in einer Kabine platz gehabt hätten.
also fuhren wir nach kichijôji um dort eine karaokebox zu suchen, die wir auch ziemlich schnell fanden.

Zu meinem großen Erstaunen war ich diesmal derjenige der am meisten gesungen hat. Irgendwie dachte ich immer dass Japaner von natur aus gern Karaoke singen und auch dementsprechend viele Lieder trällern aber scheinbar ist das nicht bei jedem so. Naja Ausnahmen bestätigen halt die Regel. ^^ Es gab ein paar alte Rocksongs zu singen weil Sarah nichts anderes kannte, einige songs von Bruno Mars und Lady Gaga, weil Asato und Ayana nicht so die J-Pop/Rock fans waren aber ich hatte dann doch meine ganzen J-Popsongs rausgedudelt. Unter anderm song with no name von BoA Che.r.ry von Yui und Ichirin no Hana von High and Mighty Color- Zum letzten Song muss man sagen, er ist nicht schwer zu singen hat aber einen heftigen Growling Part am Ende, wo die Stimme ganz schön strapaziert wird wenn man schon eine weile gesungen hat dann ist das gleich doppelt so schlimm x__x ich muss mir mal echt die Technick aneignen die Metaler da immer anwenden um ihre stimme bei sowas zu schonen. Naja auf jedenfall hat es allen gefallen und als es dunkel wurde mussten wir auch schon langsam nach hause, da wir noch einige hausaufgaben hatten >__> und das obwohl zeitgleich noch die New Dorms' Party stieg... na toll -.-

Auf jedenfall ein sehr erreignisreiches Wochenende mal wieder.

Ich glaube das nächste mal werde ich etwas über das Dormleben erzählen und wie hier langsam alle zu Hausfrauen/Hausmännern mutieren xD

Also bis dann! Machts gut und haltet die Lauscher aufrecht ;)